Der Plan für die beiden letzten Tage lautet: zurück nach Calgary, übermorgen geht der Flieger. Touristisch ist die Strecke weniger von Bedeutung, uns war nur wichtig, schöne Plätze in der Natur zu finden. Und das ist in diesem Land kein Problem, denn die Kanadier lieben es, zu campen. Und sie bevorzugen dabei schöne Plätze im Wald, vorzugsweise an einem Fluss oder kleinen See gelegen. Die einzelnen Provinzen unterhalten solche Naturplätze, die nur ein Minimum an Versorgung haben, also einen Stellplatz mit Picknickbank und Feuerring sowie auf dem Platz verteilt Trockentoiletten, das feinere Wort für Plumpsklo. Wenn sie richtig gut ausgestattet sind, haben sie Klos mit Wasserspülung und Duschen. Feuerholz wird meistens verkauft, in British Columbia zahlt man bereits im voraus eine Feuerpauschale und holt sich dann so viel Holz, wie man braucht. Es gibt auch kommunale Plätze, sogenannte Recreation Areas mit und ohne Camping. Früher war alles auf der Basis wer zuerst kommt, hat einen Platz, also first come, first serve. Heute kann man die Plätze im Internet reservieren, was in der Ferienzeit und am Wochenende empfehlenswert ist. Nicht nur, dass die Naturplätze viel schöner sind und großzügig angelegte Stellplätze haben, sie sind auch noch viel günstiger. Wir haben im Schnitt 25 Euro pro Nacht gezahlt, auf dem kommerziellen Plätzen ist es mehr als das Doppelte.
Hier ein schönes Beispiel von der Fish Lake Provincial Recreation Area.

Unser Stellplatz im Wald, wir fühlen uns, als wären wir ganz allein hier.

Die Stellplätze liegen im Wald entlang des Sees, es gibt einen Wanderweg um den See herum und weitere markierte Wanderwege.

Viele Camper schnallen sich ihr Boot aufs Dach und können es hier an der Bootsrampe zu Wasser lassen.

Und hier das Gegenprogramm, die letzte Nacht wollen wir in der Nähe der Vermietstation verbringen, damit wir morgen rechtzeitig dort sind. Der Shuttle zum Flughafen benötigt auch etwas Zeit und wir wollen doch nicht hetzen, wir sind ja schließlich nicht mehr die Jüngsten. Für diese Nacht zahlen wir 48 Euro, die Duschen kosten extra! Zwar haben wir am Stellplatz Wasseranschluss, Stromanschluss und einen Abwasserkanal, aber trotzdem ein stolzer Preis, wie ich finde.

Aber mit diesem Bild will ich meinen Kanada-Blog nicht enden lassen. Da habe ich noch etwas Schöneres, das ich beim Waterton Park vergessen hatte. Und jetzt wird es königlich. Es geht um das Prince of Wales Hotel mit der tollen Lage oberhalb des Sees.

Hier wird die schöne Tradition des Afternoon Tea gepflegt. Das steht zwar im krassen Gegensatz zu unserem Campingurlaub, aber es hat uns einfach gereizt, einmal in dieses Haus einzukehren. Es ist kein kein billiges Vergnügen, man zahlt immerhin 40 Euro pro Person, aber der Tee ist inbegriffen. Anders als beim Parken, da hat man uns noch einmal 25 Euro abgeknöpft, weil wir so ein großes Auto haben. Aber darauf kam es dann auch nicht mehr an. Denn dieses Hotel ist auch von innen sehenswert.

Vom Foyer aus überblickt man den ganzen See.

Das gesamte Hotel ist ein Museum, an der Inneneinrichtung wurde nicht verändert.

Zunächst stellt sich unsere persönliche Bedienung vor, warum die alle einen Schottenrock tragen, konnten wir nicht herausfinden. Jane erklärt uns jede der 20 Teesorten eingehend, als hätte sie jedes Teeblatt in Händen gehabt. Dann gibt es als Appetitanreger Scones mit Cream und Marmelade. Und dann diese Etagere, die von unten nach oben verputzt wird. Da kommt zuerst das Herzhafte und dann das Süße.

Für uns war der Nachmittagstee eine Hauptmahlzeit und wir brauchten erstmal einen Verdauungsspaziergang. Abends gab es nur noch kalt. Und mit diesem Bild möchte ich den Kanada-Blog beenden. Es zeigt den Übergang von der Prärie zu den Bergen mit dem Weg in die Unendlichkeit. Schön, dass ihr auf unserer Reise wieder dabei wart, danke für eure Kommentare und Tschüß bis zum nächsten Mal.























































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































